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Weiberaufstand – die Vision einer gerechten Kirche

In der Reihe „Kirchenvisionen“ waren am 10. Januar Dr. Christiane Florin vom Deutschlandfunk in Köln und Ursula Knoll-Schneider vom Diözesanrat in der Erzdiözese Freiburg zu Gast. Der Abend mit 270 Teilnehmenden in der Aula der Universität Freiburg nahm die Rolle der Frauen in der Kirche in den Blick.

Christiane Florin referierte in kurzer Zusammenfassung ihre Thesen, die sie 2017 in ihrem Buch „Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“ ausführlich dargelegt hatte. Ihren damals stärker politikwissenschaftlichen und soziologischen Fokus auf die Frauen- und Ämterfrage in der Kirche ergänzte sie in Freiburg durch neuere Erkenntnisse aus der theologischen und historischen Forschung: Erst in den 1970er Jahren, als sich die patriarchale Gesellschaftsstruktur in den westlichen Gesellschaften aufzulösen begann, seien auch die traditionellen Rollen-Muster und die Unterordnung der Frau unter den Mann in der Kirche in die Krise geraten. Erst damals führte das kirchliche Lehramt die biblischen und Traditions-Argumente gegen die Frauenordination ins Feld, die heute wenig überzeugend wirkten. Den Gegnern der Frauenweihe, die den Befürworterinnen und Befürwortern das Hinterherhecheln hinter dem Zeitgeist vorwerfen, hielt sie entgegen, dass es in unserer Zeit geradezu ein Fanal der Kirche wäre, wenn sie nicht mehr dem patriarchalen Zeitgeist vergangener Jahrhunderte verhaftet bliebe und stattdessen für die gleiche Würde und die gleichen Rechte von Frauen auch in der Kirche einträte.

Ursula Knoll-Schneider ergänzte die argumentative Linie von Christiane Florin auf der Grundlage von über 30 Jahren Erfahrung im Eintreten für die Rechte von Frauen in der Erzdiözese Freiburg. Lebendig erzählte sie vom Freiburger Diözesanforum Anfang der 1990er Jahre und den Gesprächen mit dem damaligen Erzbischof Oskar Saier. Manches von dem, was damals unmöglich schien, sei inzwischen Wirklichkeit, etwa, dass Frauen als Ordinariatsrätinnen Führungsaufgaben in der Erzdiözese Freiburg übernehmen und eine diözesane Gleichstellungskommission auf Geschlechter-Gerechtigkeit achte. Aber es sei auch noch viel zu tun, insbesondere im Bereich Frauen und Ämter.

Moderiert wurde der Abend von Michaela Ahr und Patrick Schmitt, engagierte Studierende aus der kirchlichen Studienbegleitung für künftige Religionslehrer/innen und von ProTheo. Für den organisatorischen Rahmen des Abends sorgte „ProTheo“ (vom Studium zum Beruf der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg). Studierende waren auch in Technik und Organisation eingebunden und machten etwa 1/3 der 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus.

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Die Reihe „Kirchenvisionen“ wird gemeinsam verantwortet von der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg, der Katholischen Hochschulgemeinde Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für Theologiestudierende im Institut für Pastorale Bildung, dem Diözesanrat in der Erzdiözese Freiburg und von Pro Theo und findet an wechselnden Orten statt (ausführliches Programm unter www.kirche2030.de und auf der Homepage der Katholischen Akademie www.katholische-akademie-freiburg.de).

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